Wissensschleifen

Das Projekt geht von der Beobachtung aus, daß in Unternehmen einerseits Wissen und seine Genese ” an strategischer Bedeutung gewinnt und andererseits “Kundenorientierung” zum Leitbild geworden ist, an dem sich umfassende Reorganisationsprozesse ausrichten. Zunehmend gewinnt dabei auch Wissen an Bedeutung, das an der “Basis” ehemals “ausführender” Arbeit in Produktion und Dienstleistung entsteht. Von besonderem Interesse scheinen uns solche Entwicklungen zu sein, in denen beide Aspekte verknüpft zur Geltung kommen: Wenn Wissen an der Schnittstelle zum Kunden generiert werden kann. Dann ergibt sich allerdings ein Problem des Wissensmanagement: Wie nämlich Wissen, das an organisationellen Grenzstellen zum Kunden entsteht, für die Organisationen insgesamt verfügbar gemacht, genutzt und verwertet wird, und wie es schließlich in Produkt- und Prozeßinnovationen eingeht. “Wissensschleifen”, die im Moment des Kontaktes zwischen Kunden und Organisation beginnen und Kundenbetreuung und organisationelle Leistungserstellung verbinden, sind deswegen Gegenstand des Projekts. Die Voraussetzungen und Bedingungen für eine erfolgreiche, innovative und lernförderliche Gestaltung solcher Wissensschleifen sollen untersucht, aber auch Blockaden identifiziert werden. Über eine Bestandsaufnahme von Wissensschleifen hinaus sollen solche Prozesse der Genese, Zirkulation und Verwertung von Wissen an zwei kontrastierenden Typen von Grenzstellen zum Kunden vertieft untersucht werden: bei standardisierten Informationsdienstleistungen und bei komplexen Beratungs- und Systementwicklungstätigkeiten beim Kunden.
Im Rahmen eine Fallstudie in einem Softwareunternehmen durchgeführt. Die Ergebnnisse der Fallstudie werden in aktualisierter Form in meinem Beitrag in dem Band “Informationsarbeit neu verstehen”, herausgegeben von Andreas Boes und Sabine Pfeiffer zusammengefasst.
Desweiteren war ich für die Pflege des quantitativen Erhebungsinstrumentes und der durchführung der statistischen Auswertungen zuständig.